Kenai
Kenai lebt nun schon einige Monate in Sicherheit. Doch immer, wenn ich an seinem Auslauf vorbei gehe, schauen mich weit aufgerissene Augen aus seiner Hundehütte an. Seine Körperhaltung ist gebeugt, sehr unterwürfig und er wendet schnell den Kopf ab. Es geht eine große Traurigkeit von ihm aus, eine Hoffnungslosigkeit. Was ist mit ihm passiert? Kenai ist kein typischer Angsthund, der nie Kontakt zum Menschen hatte. Er rennt nicht in Panik vor uns weg. Kenai ist auch in keiner Weise aggressiv. Kenai ist eingefroren, er befindet sich im freeze mode und man meint in seinen Augen noch immer das Entsetzen über das zu sehen, was ihm widerfahren ist. Was ist also seine Geschichte? Kenai begegneten wir in einer der vielen Auffangstationen Rumäniens, die durch ihre katastrophalen Zustände bereits traurige Berühmtheit erlangt haben. Damals war er noch namenlos, nur eine Nummer, wie all die anderen auch. Seine ganze Erscheinung war derart armseelig, dass es einem die Kehle zuschnürte. Extrem abgemagert, verdrecktes Fell, eine Körperhaltung, die nichts als Angst, Unwohlsein und Verzweiflung ausdrückte. Doch nicht nur das, er litt bereits seit langem unter einer nicht behandelten Verletzung am Bein, die fistelte und ihm große Probleme bereitete. Wir können nicht alle retten und alle Hunde, an denen wir an diesem Tag vorbei gingen, hätte unsere Hilfe ebenfalls gebraucht. Doch manch einer bleibt einem im Kopf und lässt einem keine Ruhe mehr, so auch Kenai… Der ganze Text: https://tieraerztepool.de/projekte/rumaenien/kenai
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